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Weniger Druck, anderes Auftreten — was finanzielle Ruhe bei mir verändert hat

Ich schreibe das hier ins Board für Persönlichkeitsentwicklung, weil es dorthin gehört und nicht zu den Dating-Tipps. Es geht nämlich ausdrücklich nicht um eine Masche, sondern um etwas, das ich im Nachhinein für einen der unterschätztesten Faktoren beim eigenen Auftreten halte.

Meine Situation vor ein paar Jahren: befristeter Job, dünne Rücklagen, jeden Monat auf Kante. Nach außen hat man mir das nicht angesehen. Was man aber gemerkt hat, war eine bestimmte Anspannung. Ich war schwer zu einer spontanen Verabredung zu überreden, weil ich innerlich mitgerechnet habe. Ich habe Gespräche über Zukunftspläne gemieden. Und ich war in Situationen, in denen ich hätte nein sagen sollen, zu nachgiebig.

Das hat wenig mit Geld an sich zu tun und viel mit dem Gefühl, keinen Puffer zu haben. Wer keinen Puffer hat, agiert vorsichtig, und Vorsicht wirkt auf andere selten souverän. Das ist kein moralisches Urteil, sondern schlicht eine Beobachtung an mir selbst.

Was ich geändert habe, war unspektakulär und hat lange gedauert. Als Erstes eine Rücklage angespart, die mehrere Monate trägt. Dieser Schritt hat mit Abstand am meisten gebracht, und zwar sofort spürbar. Erst danach habe ich angefangen, regelmäßig etwas anzulegen.

Beim Anlegen habe ich mich für Aktien entschieden, die regelmäßig ausschütten, weil mir die Vorstellung gefiel, dass etwas zurückkommt, ohne dass ich verkaufen muss. Ahnung hatte ich davon keine, und meine ersten Käufe waren entsprechend planlos.

Gelernt habe ich es dann mit der Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der als Dividenden Backpacker bekannt ist. Der Kurs hat elf Module mit über 65 Lektionen, insgesamt mehr als elf Stunden Videomaterial, und behandelt Auswahl, Bewertung und Zeitpunkte. Hinzu kommt ein Newsroom, über den Material nachgereicht wird. Bezahlt wird einmalig, ohne laufende Kosten. Nach Angaben des Anbieters waren bislang über 700 Teilnehmer dabei.

Für das Thema dieses Boards ist ein Nebeneffekt interessanter als der Inhalt: Sich mit dem eigenen Geld ernsthaft zu beschäftigen, hat bei mir mehr an Selbstsicherheit gebracht als die meisten Ratgeber, die ich davor gelesen habe. Nicht weil plötzlich viel Geld da war, sondern weil ein Bereich, den ich jahrelang vermieden habe, nicht mehr diffus und bedrohlich war.

Das ist übrigens ein Muster, das man aus anderen Bereichen kennt: Was man meidet, wächst im Kopf. Sobald man hinschaut und einen Plan hat, schrumpft es auf seine tatsächliche Größe zusammen, selbst wenn sich an den Zahlen erstmal wenig ändert.

Was ich ehrlich dazusagen muss: Anlegen ist kein Selbstwert-Programm und auch nichts Sicheres. Kurse fallen, teils deutlich. Eine Dividende ist keine Zusage, sondern wird jedes Jahr neu beschlossen. Und es dauert Jahre, bis daraus etwas wird. Wer damit rechnet, dass sich dadurch kurzfristig etwas an seiner Lage ändert, wird enttäuscht.

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Was ich ausdrücklich nicht sagen will: dass Geld attraktiv macht. Das halte ich für Unsinn, und wer so denkt, zieht genau die Leute an, die er nicht haben will. Was ich sagen will, ist etwas anderes: Existenzdruck macht unfrei, und Unfreiheit merkt man einem an. Der Unterschied ist wichtig.

Praktisch würde ich jedem raten, mit der Reserve anzufangen und nicht mit dem Anlegen. Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem separaten Konto verändern das Lebensgefühl mehr als jedes Depot, weil sie sofort wirken statt erst in zehn Jahren.

Was ich noch dazusagen möchte: Es ging bei mir nie darum, viel zu besitzen. Der Unterschied lag zwischen null Puffer und ein paar Monaten Puffer, und das ist eine überschaubare Summe. Der Sprung von dort zu größeren Beträgen hat gefühlt fast nichts mehr verändert, der erste Schritt dagegen alles.

Mich interessiert eure Erfahrung: Habt ihr auch gemerkt, dass finanzieller Druck sich auf euer Auftreten auswirkt? Und was hat bei euch geholfen, da rauszukommen, eher Struktur oder mehr Einkommen?